Schulung in Taiwan – 19. Tag

Wow! Shenzhen ist extrem! 140km mal 40km groß, über 12 Mio. Einwohner und auf der anderen Seite des Flusses beginnt gleich Hong Kong. Eine unfassbare Masse an Menschen, Autos, Häusern und Fabriken. Und über allem hängt eine Glocke aus Abgasen. Gesund Leben geht anders.

1979 hatte Shenzhen gerade einmal 30.000 Einwohner, dann beschloss die Zentralregierung unter Deng Xiaoping 1980 die Stadt zu einer Sonderwirtschaftszone zu machen um von der wirtschaftlichen Entwicklung Hongkongs zu profitieren. Dengs Parole lautete: „Lasst den Westwind herein. Reichtum ist ruhmvoll“. Es folgte ein nie gesehener Bauboom, der Shenzhen zu einer der am schnellsten wachsenden Städte der Welt. machte. Heute ist sie eine moderne Metropole, ein Technologiezentrum und wichtigster chinesischer Standort für Elektronik- und Telekommunikationsindustrie. Allein FOXCONN beschäftigt in Shenzhen sage und schreibe 400.000 Menschen.

Heute treffe ich mich mit einem Deutschen, der hier eine Firma gegründet hat, die PPCs und industrietaugliche Monitore baut. Die Idee war, deutsche Qualität zu chinesischen Preisen auf den Markt zu bringen. Da die Firma über ein großes Lager in Deutschland verfügt, bietet sich hier für uns die Chance, eine neue Produktreihe in unser Sortiment aufzunehmen, die günstige Preise bei kurzer Lieferzeit bietet. Das Gespräch verlief sehr angenehm. Die existierenden und geplanten Modelle machen auf den ersten Blick einen guten Eindruck und können unser Portfolio sinnvoll ergänzen. Allerdings gibt es auch noch einige Mankos, über die gesprochen werden muss. Ich denke, an einigen Stellen kann die Firma noch Input von uns gebrauchen, was der Markt erwartet, dann würden die Produkte sicher noch besser gehen. Ich werde das nach meiner Rückkehr bei uns durchsprechen. Dann werden wir sehen, wie eine Zusammenarbeit möglich ist.

Im Anschluss an das Gespräch wurde mir bei einer kurzen Rundfahrt noch kurz die Stadt gezeigt. Shenzhen ist eine Planstadt, zudem jung und daher fast vollständig frei von Sehenswürdigkeiten. Einzig sehenswert ist die grandiose Skyline. Hier stehen allein 13 Gebäude die höher als 200m sind. Was verblüfft, ist die wunderschöne, einfallsreiche und fantasievolle Architektur vieler Gebäude. Kein Vergleich zu den hässlichen Betonklötzen, die hierzulande zumeist gebaut werden. Auf das höchste Gebäude, den Kingkey 100, sind wir dann auch hochgefahren. Das Gebäude ist zwar niedriger als er Taipei 101, die Besucher können aber wirklich bis ganz unter die Spitze der Dachkonstruktion gelangen und sind damit höher als auf der Aussichtsplattform des Taipei 101. In den obersten 30 Stockwerken befindet sich das St. Regis Hotel, dessen Rezeption und Bar im obersten Stock, dem 100sten, gelegen sind. Von hier hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt und wer sich nicht scheut noch ein paar Stufen höher zu steigen, erreicht in 430m Höhe eine gemütliche Couchgarnitur auf dem höchsten zugänglichen Platz in Shenzhen, direkt unter der Dachkonstruktion des KK100. So hässlich weite Teile der Stadt sind, so wunderschön ist dieses Gebäude mit seinem edlen Interieur. Es wurde erst vor einem halben Jahr fertiggestellt und bis vor kurzem war sogar der Eintritt noch frei. Da Shenzhen aber nun mal keine Touristenstadt ist, geht dieses völlig unter. Es gab keine Warteschlangen und die Lounge, von der man den Ausblick bei einem Snack, einem Cocktail oder einem Tee genießen kann, war fast leer.

Durch die Stadt zieht sich eine 40km lange Hauptstraße, die wir auf dem Rückweg zu meinem Hotel entlanggefahren sind. An dieser reihen sich LED-Werbeschilder in Höhen von 10 oder 20 Stockwerken aneinander. Ein beeindruckender Anblick und eine schöne Einstimmung auf morgen, wenn ich zur Schulung dazu stoße, die Alex heute schon begonnen hat. Ich bin gespannt…

(Text & Bilder: Kollege: Manni)

Heute begann meine erste Solo Schulung ohne meinen deutschen Kollegen.
Mein Tag fing eigentlich gut an, es endete aber eine Stunde später, als ich wie ne Irre versucht habe, dass neue Gebäude unseres Herstellers zu finden. Ich hatte nämlich eine alte Adresse und dort hat mich der Taxifahrer auch ausgesetzt.
Also begann meine erste Schulung mit einem Verzweiflungsanruf an unsere Herstellerin und ca. 15 Minuten Verspätung 🙂
Das Gebäude von diesem Hersteller ist ganz anders, als das von unserem letzten. Es ist sehr modern: Überall hängen Spiegel sogar an den Decken. Die Räume, vor allem der Produktraum, sind völlig anders – mehr auf Business-Schick getrimmt. Ich war sehr fasziniert.
Unsere Herstellerin hat uns erst mal alles gezeigt und uns mit den wichtigsten Leuten vertraut gemacht.
Witziger weise haben Sie hier in der Cafeteria gleich neben an ein Trainings- und Meditationsraum. Im Trainingsraum stand sogar ein Kickertisch und wir konnten es natürlich nicht lassen und mussten eine Runde kickern 🙂
Unsere erste Schulung haben wir dann erst nach dem Lunch bekommen. Btw, wir gingen chinesische Damplings essen, sehr lecker und mit Abstand mein Favoritenessen in Taiwan.
Die erste Präsentation handelte von einer allg. Roadmap für Embedded Solutions. Welche Produkten gehen EOL, welche kommen kommenden Jahres auf den Markt.
In der zweiten Präsentation haben wir etwas über ein neues Embedded Produkt (NISE-4000), speziell für Machine Applience gesprochen.
Es war sehr informativ. Zu informativ, als das ich das jetzt wiedergeben könnte, da ich mir keine Notizen gemacht habe O:-). Block und Stift lagen zuhause auf dem Tisch. Ausversehen versteht sich. Sobald wir aber die Präsentationen erhalten haben, bringe ich die selbstverständlich an unsere Mitarbeiter weiter.
Danach besprachen wie die weitere Woche und planten alles, auch Freizeitaktivitäten durch. Immerhin ist es ja unsere letzte Woche und da will man doch noch so viel mitnehmen wie möglich. Freundlicherweise wurden wir von einem Hersteller zur MRT Station gebracht und verbrachte den restlichen Tag damit, mir noch mehr MR. BROWN Coffee zu kaufen und ein bisschen rumzuschlendern.
(Kollegin: Sarah)

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